Gründung des „Luxembourg Centre for Educational Testing“
Publié le mardi 15 juillet 2014
Die Veröffentlichung verschiedener Bildungsstudien seit dem Jahr 2000 hat in Luxemburg ein verstärktes Bewusstsein für die großen Herausforderungen geschaffen mit denen sich das nationale Bildungssystem auf Grund einer sehr heterogeneren Schülerpopulation im Zusammenspiel mit hohen Leistungserwartungen konfrontiert sieht. Deshalb steht die Entwicklung der Bildungsqualität seit Jahren im Mittelpunkt staatlicher Bemühungen. Die Universität Luxemburg und das Bildungsministerium arbeiten schon seit längerem bei der Entwicklung von Schulqualitätsprozessen eng zusammen. Seit 2007 führt die Universität Luxemburg, im Auftrag des Bildungsministeriums die externen LeistungstestsEpreuves Standardiséesin Grund- und Sekundarschulen, durch und ist außerdem für ihre Auswertung verantwortlich. Auch bei internationalen Vergleichsstudien, wie die von der OECD in Auftrag gegebene PISA-Studie, arbeiten das Bildungsministerium sowie die Universität Luxemburg eng zusammen. Weil die Messung und Veranschaulichung von Lernergebnissen in einer Perspektive lebenslangen Lernens eine immer größere gesellschaftliche Rolle spielt, lag es nahe die gesamte für Luxemburg notwendige Expertise in diesem Bereich in einer einzigen Forschungs- und Transferstruktur an der Universität Luxemburg zu bündeln. Das um so eine qualitativ hochwertige empirische Grundlage zu liefern, die für die künftige Steuerung des luxemburgischen Bildungssystems auf verschiedenen Ebenen (Bildungsministerium, Schule, Klasse, Schüler/Eltern) unbedingt benötigt wird. Das Luxembourg Centre for Educational Testing (LUCET), dessen Gründung mit der Unterzeichnung des neuenContrat d’établissementzwischen der Regierung und der Universität beschlossen wurde, ist an der Fakultät für Sprachwissenschaften und Literatur, Geisteswissenschaften, Kunst und Erziehungswissenschaften (FLSHASE) angesiedelt. Zentrale Aufgabe der künftig ungefähr 30 wissenschaftlichen und technischen Mitarbeiter des LUCET ist das Bildungsmonitoring durch die Messung der Schülerleistungen. Tests, welche besonders wichtige sprachliche und mathematische Kompetenzen der Schüler und Schülerinnen evaluieren, sowie Befragungen zum Schul- und Klassenklima und zur Schülermotivation, erlauben es den Wissenschaftlern ein genaues Bild von Lernergebnissen in zentralen Leistungsbereichen zu zeichnen und Kompetenzprofile zu erstellen. Hierbei werden auch sozio-ökonomische Faktoren, die einen hohen Einfluss auf das Leistungsniveau der Schüler haben können, erhoben. Deren Analyse soll dann eine Steuerung des Bildungssystems in Richtung einer größeren Chancengleichheit ermöglichen. Anhand einer längsschnittlichen Datenbank können die Forscher die Entwicklung schulischer Leistungen über einen längeren Zeitraum verfolgen und somit die mittel- und langfristigen Effekte schulischer Interventionen besser verstehen und rückmelden, was sowohl für die Entwicklung des Bildungssystems insgesamt, als auch für die Anpassung von lokalen Qualitätsentwicklungsprozessen von größter Bedeutung ist. Die Erhebung, die Aufbewahrung sowie das Löschen der Daten erfolgen gemäß dem luxemburgischen Datenschutzgesetz. Speziell entwickelte Codes und Abläufe sorgen dafür, dass die Resultate der Befragungen nicht von unbefugten Personen auf individuelle Schüler zurückverfolgt werden können, wobei aber gleichzeitig die Möglichkeit einer Rückmeldung an Schüler und Eltern sichergestellt bleibt. Der Aufgabenbereich von LUCET beschränkt sich jedoch nicht auf die Anwendung bestehender Tests wie dieEpreuves Standardisées.Die Forscher streben ebenfalls die Entwicklungvon neuen, innovativen Leistungstests an, die der komplexen Sprachsituation in Luxemburg gerecht werden. Dabei werden die Wissenschaftler eng mit renommierten internationalen Einrichtungen zusammenarbeiten, die ebenfalls in diesem Bereich forschen. |
|
|
















